Emacs lernen, Tag 1

Auf der Suche nach einem Editor beschäftige ich mit Emacs. Auf Emacs selbst gehe ich später noch genauer ein, hier geht es um meine ersten Kontakte damit.

Logbuch, Tag 1

  • Fange jetzt an, Emacs zu lernen. Ich google nach einem Handbuch und werde fündig: https://www.gnu.org/software/emacs/manual/emacs.html
  • Tippe emacs in die Konsole. Eine Hässliche GUI geht auf. Die will ich nicht. Tipp meines Nachbarn: Mit DISPLAY =emacs bekommt man einen Terminalbasierten Emacs. Schon besser. (Später lerne ich, dass es mit emacs -nw besser geht)
  • Außer mir sind noch andere Personen im Raum, die vergnügt Tipps geben Details aus Richard Stallmanns Leben rezitieren. Alle Tipps sind verwirrend.
  • Das Handbuch erklärt erstmal, wie toll Emacs ist. Doof.
  • Einer der Kollegen zieht aus seinem Schreibtisch zwei Seiten (klein gedruckte) Emacs Schortcuts: Die GNU Emacs Reference Card
  • Es gibt eine Tutorial, ähnlich dem vimtutor. Dieser ist aber natürlich erst später eingeführt worden, Emacs war erster! Das Tutorial bekommt man in Emacs mit C-h t.
  • Habe die letzten Minuten damit verbracht, Emacs abzuschießen (weil ich nicht mehr rauskam) und das Tutorial wieder aufzurufen. Wie man Emacs richig beendet habe ich noch nicht rausgefunden.
  • Mittagspause
  • Das Tutorial ist ganz gut. Manche von den Shortcuts kann ich sogar nachvollziehen. Ich lass das Handbuch beiseite und arbeitet mich durch das Tutorial.
  • Die Shortcuts in Emacs werden auf eine bestimmte Weiße aufgeschreiben:
    • M steht für Meta (also Alt)
    • C steht für Controll (also Strg)
    • - trennt mehrere Tasten, die man gleichzeitig drückt (im Gegensatz zu Leerzeichen, wo Sachen hintereinander gedrückt werden)
    • Kleine Buchstaben bedeuten die jeweilige Taste.
    • Den Emacs verlässt man mit C-x C-c. Das Bedeutet übersetzt: "Drücke erst Strg und X (gleichzeitig) und dann Strg und C(gleichzeitig). Dabei ist es kein Problem, wenn man Strg nicht loslässt.
    • Das Tutorial findet man mit C-h t, als Strg und h gleichzeitig und dann (ohne andere Tasten) ein t.
  • Bis jetzt kann ich mit originalen Emacs Shortcuts: Ein(e)(n) Buchstaben/Wort/Zeile/Seite vor/zurück springen. Hat mit den alten Tasten ja auch viel zu lange gedauert. Schön: Die Shortcuts sind mit den Tasten back, forward, previous, und next belegt. Das kann man sich ja sogar merken :)
  • Hmmm, C-a und C-e für Anfang/Ende der Zeile. Auf deutsch ganz gut zu merken, im Englischen sind mir die Shortcuts nicht gnaz so klar.
  • Man kann Befehle mehrfach hintereinander ausführen lassen. Das kenne ich noch aus meinen wenigen Vim-Erfahrungen. Schön, dass es hier auch geht.
  • Die Syntax dafür ist C-u Anzahl Eigentlicher-Befehl. Ich merke mir mal u wie in unit.
  • Jonathan neben mir beginnt mit zu fiebern. Er tippt wild Programme in Emacs, aber benutzt nicht genug Shortcuts. Ich klebe uns beiden die Pfeiltasten ab, um die Emacsshortcuts zu erzwingen.
  • In Zeile 316 des Tutorials das erste mal ein Hinweis darauf, wie man text manipuliert: "If you want to insert text, just type the text." Bisher bin nur vor und zurück gesprungen.
  • Das Abkleben der verführerischen Tasten funktioniert: Selbst wenn man sie noch ein bisschen benutzen kann, fühlt man sich schlecht dabei.
  • Im Gegensatz zu Vim scheint es keinen Commandmode zu geben. Daraus folgen Zwei Dinge:
    • Wenn man was tippen will kann man das einfach tun
    • Wenn man Shortcuts benutzen will, sind diese länger (werden zum Beispiel mit C-x eingeleitet).
  • Es gibt einen Unterschied zwischen delete (einfach löschen) und kill (nur ausschneiden, aber noch zum wieder einfügen in den Buffer legen). Manche Befehle machen das eine, andere das andere. Meine Güte, das wird kompliziert.
  • Obwohl alle um mich herum Vi(m) benutzen, sind sie aufgeschlossen und fiebern mit. Der eine ehemalige Emacsuser gibt Ratschläge und entusiastisch vorgetragene Anekdoten zum besten.
  • An den Commandmode hatte ich mich scheinbar mehr gewöhnt als gedacht. Ab und zu suche ich ihn noch und wundere mich, wenn komische Dinge passieren (oder nicht passieren)
  • Mit C-u 100 r kann man Hundert rs auf einmal schreiben :)
  • rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
  • Dieses Log schreibe ich im Moment noch in Sublime Text, aber langsam fühle ich mich tatsächlich fit genug, das auch direkt in Emacs zu machen.

Bilanz, 1 Tag

  • Hat Spaß gemacht heute.
  • Viele ungewohnte Shortcuts gelernt, auch für Dinge die ich schon vorher anders konnte. (Ich soll zum Beispiel kein Page Up/Down und keine Pfeiltasten benutzen)
  • Einige Dinge kommen einem zuerst komisch vor, machen aber später Sinn. (Zum Beispiel werden einzelne Buchstaben immer gelöscht (delete), ganze Worte, Sätze und Zeilen aber gekillt, so dass man sie schnell an anderer Stelle wieder einfügen kann.)
  • Das Tutorium ist besser geschrieben als der Vimtutor. Dort werden die Shortcuts hauptsächlich eingeführt, bei Emacs wird erklärt, warum sie sinnvoll sind. Das macht viel aus.
  • Von der wahren Macht von Emacs habe ich noch nicht kosten dürfen. Alles bisherige kannte ich anders auch aus Sublimetext, abgesehen von dem C-u, C-l, M-a und M-e.

Morgen mache ich weiter und schreibe das Log in Emacs.

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